Pfarrei und Pfarrkirche St. Andreas mit Neubau zur Hl. Familie

Die Pfarrkirche St. Andreas ist eine spätgotische Anlage aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. Im 18. Jahrhundert hat das Gotteshaus die noch vorhandene qualitätvolle, barocke Ausstattung erhalten.
1812 wurde Grafling Pfarrei, allerdings hatte der Pfarrer von Mariä Himmelfahrt in Deggendorf das Präsentationsrecht, d.h. er durfte dem Bischof einen Geistlichen für die Besetzung der Pfarrstelle in Grafling vorschlagen.

Hochaltar

Der Hochaltar mit zwei geschwungenen und zwei glatten Säulen wurde 1713 von dem aus Rieden bei Weilheim stammenden Deggendorfer Bildhauer Thomas Rieger geschaffen. Links der Hl. Bischof Wolfgang mit Modell der Graflinger Kirche, rechts der Hl. Georg. Das Altarbild mit der Darstellung des gekreuzigten Apostels Andreas malte 1713 Philipp Neri Miller aus Deggendorf.

Seitenaltäre

Auch die Seitenaltäre wurden von Thomas Rieger geschaffen: 

Das linke Altarbild zeigt die Muttergottes, den Hl. Joseph, Johannes den Täufer und den Erzengel Michael als Fürbittende vor Christus für die im Fegefeuer schmachtenden armen Seelen. Das Auszugsbild zeigt die Hl. Katharina von Alexandrien (19.Jh.).
Gegenüber sind auf dem Altarbild die Hl. Vierzehn Nothelfer dargestellt; im Auszugsbild aus dem 19. Jahrhundert ist der Pestpatron St. Sebastian zu sehen.

Anbau zur Hl. Familie

Am 29. Oktober 1967 legte Abt Augustinus Mayer von Metten den Grundstein für den Neubau (Anbau) der Kirche zur Hl. Familie, und bereits am 21. Juli 1968 konnte durch den Diözesanbischof Rudolf Graber die feierliche Kirchweihe vollzogen werden.Dominanter Mittelpunkt des Altarraumes ist der Altar, überragt vom seitlich befindlichen Tabernakel und flankiert von dem etwas versetzten Ambo.Vor den Farbfenstern der Westwand steht die überlebensgroße Steingruppe der Hl. Familie , welcher die neue Kirche geweiht ist. Das Werk stammt aus der Hand des Altöttinger Künstlers Kurt Porzky.

Eine besondere Note verleihen dem Kirchenraum die drei bereits erwähnten farbigen Glasfenster an der Westwand. Sie stellen Szenen aus dem Leben des Hl. Andreas nach dem Johannesevangelium dar. So sind sie gleichsam der verschobene Abschluss der gegenüber liegenden Andreaskapelle:
Im rechten Fenster geht es um die Berufung der ersten Jünger (Joh 1, 35-52). Andreas führt seinen Bruder Simon zu Jesus, während Natanael unter dem Feigenbaum sitzt.
Das mittlere Fenster zeigt eine Begebenheit aus Joh 6,1-18: Bei der Brotvermehrung ist es Andreas, der in der Notsituation auf den Jungen mit fünf Broten und Fischen hinweist.
Und schließlich zeigt uns die Darstellung im dritten Fenster wie Andreas mit Philippus am Palmsonntag einige Griechen, die Jesus sehen wollen, zum Herrn hin führt (Joh 12,20f). Auch Fremde, die Interesse am Herrn zeigen, werden also zu ihm gebracht.
 

Kapellen der Pfarrei Grafling

Kapelle zur Schmerzhaften Muttergottes in Datting

Mitten im Ort steht die mit Bruchsteinen gemauerte Kapelle. Die oben und unten gerundeten Fenster sind charakteristisch für die Sakralarchitektur der Zeit um 1700 und finden sich an allen Kirchenbauten des Deggendorfer Stadtbaumeisters Ulrich Stöckel, in dessen Werk sich diese Kapelle nahtlos einfügt.

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